Ernährung bei hohem Blutzucker

Ernährung bei hohem Blutzucker

Kaum eine andere Volkskrankheit ist so direkt vom Lebensstil abhängig, wie der Diabetes. Dabei unterscheiden sich die Empfehlungen für Diabetiker vom Typ 1 und Typ 2 kaum, nämlich wenig Zucker und leere Kohlenhydrate zu sich zu nehmen und diese durch Eiweiß und Ballaststoffe zu ersetzen.

Mit zunehmender Resistent der Körperzellen, Insulin aufnehmen und verwerten zu können, steigt der Gehalt an Zucker im Blut. Nicht umsonst bildet die Anpassung des Lebensstils die Basis der Therapie. Denn neuesten Studien zufolge kann der Diabetes mellitus durch die Gewichtsreduktion, durch Ernährungsumstellung sowie durch sportliche Betätigung in vielen Fällen genauso effektiv behandelt werden, wie mit Medikamenten. Dadurch stellt sich nicht nur ein vorbeugender Effekt ein, sondern der Krankheitsverlauf lässt sich durch die geeigneten Maßnahmen sogar umkehren.

 

 

Empfehlungen der Deutschen Ernährung für Gesellschaft (DGE) –

Gesunde Ernährung als Schlüssel

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. v. (DGE) empfiehlt für Diabetiker die gleiche vollwertige Ernährung, wie für die Allgemeinbevölkerung. Spezielle Lebensmittel für Diabetiker werden als unnötig oder sogar schädlich betrachtet. Laut der DGE liegt das Hauptaugenmerk bei der Umstellung des Lebensstils, denn so lässt sich nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch Folgeerkrankungen des Typ 2-Diabetes vermeiden. Durch Vollwertkost in Verbindung mit regelmäßiger körperlicher Aktivität kann nicht nur Übergewicht abgebaut werden, sondern auch der Blutzucker effektiv gesenkt werden.

 

Die Ernährungstherapie besteht aus drei Säulen, die individuell angepasst werden.

 

        Parameter, wie der HbA1c-Wert, Cholesterin und der Blutdruck werden mit dem Behandler individuell angepasst und als Zielwerte festgelegt.

        Die Gewichtsreduktion ist ein wichtiges Ziel in der Therapie des Diabetes Typ 2, bzw. das Halten des Gewichts.

        Das Entstehen von Folgekrankheiten sollte präventiv entgegengewirkt werden oder hinausgezögert werden.

 

 

Folgende Ernährungstipps werden von der DGE empfohlen:

 

         Normalgewicht anvisieren

Übergewicht begünstigt Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck, wobei vorrangig Bauchfett reduziert werden sollte.

         Ballaststoffreiche Kost

Der Hauptteil der Nahrung sollte aus Kohlenhydraten in Kombination mit Ballaststoffen bestehen, wobei Vollkornprodukte bevorzugt werden sollten.

         Gesunde Fette verwenden

Pro Tag sollten nicht mehr als 60 bis 80 g Fett verzehrt werden. Pflanzliche Fette, wie beispielsweise Raps- oder Walnussöl bevorzugen.

         Zucker nur in kleinen Mengen

Auf Zucker muss nicht völlig verzichtet werden. Zusammen mit anderen Vollkornprodukten darf auch mal süßer Brotaufstrich gegessen werden. Achtung: Fruchtzucker aus Obst nicht unterschätzen!

         Ausreichend Trinken!

Täglich sollten mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee getrunken werden und auf gesüßte Getränke verzichtet werden.

         Regelmäßige Mahlzeiten

Die Mahlzeiten sollten über den Tag verteilt werden. Der Körper benötigt Pausen, da ansonsten die Insulinproduktion ganztägig angetrieben wird.

         Unterzuckerung vermeiden!

Eine extreme körperliche Aktivität, große Mengen Alkohol oder auch das Auslassen einer Mahlzeit kann eine Hypoglykämie auslösen.

 

 

Trotz der Empfehlungen erhalten viele Diabetes-Patienten noch immer keine individuelle Ernährungstherapie, obwohl der positive Gesundheitseffekt belegt ist. Die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten stellt für Patienten oftmals eine große Hürde dar. Auch wenn die Ernährungsweise anfangs ungewohnt ist, so ist es doch wichtig die Balance auf Dauer zu halten. Es muss dabei nicht jeden Tag perfekt funktionieren, im Gegenteil, Rückschläge und schlechte Tage gehören genauso dazu und sollten Sie nicht abschrecken weiterzumachen. Nur Mut!

 

 

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